Mein Ordner Leben und Arbeit (OLA)

Portfolio für Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung

Aufbau

Mein Ordner Leben und Arbeit (OLA) ist DIN-A4 Ringordner mit Register- und Arbeitsblättern für die Hand des Schülers. OLA ist ein Lern- und Arbeitsmaterial für mehrere Schuljahre. Der Einsatz erfolgt im Unterricht verschiedener Fächer, in Projekten, in Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern. Alle im Prozess der beruflichen Orientierung und Lebensplanung erarbeiteten Ergebnisse werden kontinuierlich im Ordner gesichert.

Sinn & Nutzen

Mein Ordner Leben und Arbeit dient der Förderung der beruflichen Orientierung und Lebensplanung von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung. OLA ermöglicht als Strukturgeber die systematische Bearbeitung der Themen und Inhalte in der Werkstufe oder in vergleichbaren Lernarrangements. Praxiserfahrungen, Leistungen und Kompetenzen des Schülers können prozessbegleitend dokumentiert und lebenspraktische Informationen gesichert werden. Damit werden kontinuierlich die Lernprozesse des Schülers unterstützt sowie eine individuelle Übergangsplanung möglich.

Regiestelle Schule

Die Entscheidung, ob der OLA als Lern- und Arbeitsinstrument an der Schule eingeführt wird, trifft die Schulleitung in Absprache mit den Pädagogen und der Elternvertretung. Dann wird sein Einsatz im Unterricht, in Projekten und in Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern geplant. Die Schüler erhalten den OLA zu Beginn der Werkstufe und arbeiten dann kontinuierlich bis zum Verlassen der Schule damit. Die Materialien im OLA bilden für die Pädagogen und Schulpartner eine Grundstruktur, die durch weiteres Material ergänzt werden kann. In Verantwortung des Schülers und seiner Eltern ist die Ergänzung durch individuelles Material möglich.

weitere Hinweise

Grundsätzliche Arbeitsweise
Jeder Schüler in der Werkstufe erhält sein persönliches Exemplar des Ordners. Der Einsatz des OLA erfolgt im Unterricht als auch in Projekten mit außerschulischen Partnern. Die Einsatzplanung nimmt die Schule vor und stimmt sie mit ihren Partnern ab. Alle mit dem und vom Schüler erarbeiteten Ergebnisse werden kontinuierlich im Ordner gesichert. Die Inhaltsblätter im Ordner stellen lediglich eine Grundstruktur dar. Eine Ergänzung um schuleigene Arbeitsblätter oder Material von externen Partnern ist ganz im Sinne des Portfolioansatzes. Blätter mit Kopiersymbol sollten mehrfach und zu verschiedenen Zeitpunkten zum Einsatz kommen. Alle bearbeiteten Inhalte werden (wieder) in den Teil eingeordnet, zu dem sie thematisch gehören. Mehr dazu: Handreichung, Kapitel 4.
Schulorganisatorische Voraussetzungen
Für die Einsatzplanung des OLA ist eine Arbeitsgruppe aus in der Werkstufe tätigen Pädagogen und wichtigen Partnern empfehlenswert. Sie stimmt den Einsatz der verschiedenen Inhaltsblätter ab sowie, welche Dokumente der Schule und von Partnern zusätzlich aufgenommen werden sollten. Hierbei sind die Schulpartner aktiv einzubeziehen bzw. zu informieren. Im Ergebnis entsteht ein Grobkonzept zur Berufsorientierung mit dem OLA. Mehr dazu: Handreichung, Kapitel 5.
Einführung
Vor der Einführung steht die Entscheidung der Schulleitung, verbindlich in der Werkstufe mit dem OLA arbeiten zu wollen – in Absprache mit den verantwortlichen Pädagogen und der Elternvertretung. Daraufhin erfolgt die Einsatzplanung mit Erstellung eines Grobkonzepts. Danach wird das gesamte Kollegium umfassend informiert (Lehrerinfo). Den Eltern bzw. Personensorgeberechtigten wird der OLA in einem Elternabend vorgestellt (Elterninfo). Die Einführung für die Schüler erfolgt im Rahmen von Projektstunden. Hier lernen die Schüler Funktion und Aufbau kennen und bearbeiten erste Inhalte. Mehr dazu: Handreichung, Kapitel 5 (Ende).
Aufbewahrung
Das Portfolio muss in verschiedenen Fächern und Projekten verfügbar sein. Deshalb sollten die Ordner in der Schule verschlossen, aber mit leichtem Zugang für Schüler und Kollegen zu verwahren (z. B. in einem abschließbaren Schrank im Klassenzimmer). Damit sich Eltern bzw. Personensorgeberechtigte anhand des OLA regelmäßig über den Stand der Berufsorientierung ihres Kindes informieren können, sollte zu Elternabenden oder Elterngesprächen Einsicht gewährt werden.
Finanzierung
Das OLA-Pilotprojekt hatte ergeben, dass die Schulen in Sachsen grundsätzlich die Möglichkeit haben, den OLA aus dem durch den Schulträger zugewiesenen Budget für Lernmittel zu finanzieren. Da es ein speziell für die Zielgruppe entwickeltes Material ist, entlastet es das Budget bzgl. anderer Materialien. Der OLA hat keine länderspezifischen Inhalte und kann auch von Schulen aus anderen Bundesländern bestellt werden. Mehr Informationen und das OLA-Bestellformular unter Bestellung.
Inklusive Beschulung
Für Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung, die inklusiv beschult werden, kann der OLA als lernzieldifferentes Instrument wie der Berufswahlpass genutzt werden.